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A conversation with Suse Weber

 

Text Template Activation

15. – 19. Sep 2015
Daily 2-6pm

With contributions from: Jiří Havlíček & Vjera Borozan, Leif Erich C. Deutsch, Martin Ebner, Ariane Müller, Willem Oorebeck, Simon Thompson,
Anna Weichsel and a
performance evening with Barbara Buchmaier & Christine Woditschka and Achim Lengerer.

18. September 2015
7.30 pm, New Text, Fake Name
Lecture Performance: Barbara Buchmaier & Christine Woditschka

8.30 pm, "Layout for Suse Weber (Arbeitstitel)"
Achim Lengerer / Scriptings


Studio//Bühne Suse Weber
Osloer Str. 93A, 13359 Berlin
T: (030) 49912339
E: suse.w@web.de



Dear my friends 


Nach fünfjähriger Arbeit im Konzept Formel:Marionette möchte ich mein gleichnamiges Buch am Entstehungsort und in der eigens dafür eingerichteten Studio//Bühne veröffentlichen.

Seit einigen Jahren stehen wir in arbeitsintensiven Verbindungen und ich plane, den von euch mitgeprägten Entstehungsprozess als Buchumgebung für uns alle neu zu inszenieren.

Die Möglichkeiten des ausgesprochenen, geschriebenen, performten Wortes in Verbindung mit einem eigens dafür konzipierten Gegenstand und die damit verbundenen Konsequenzen für das Dreiecksverhältnis künstlerische Arbeit, Künstler(In) und Publikum benötigen neue Methoden. 

Ich behaupte, dass wir an diesen neuen Methoden gerade arbeiten und lade dazu ein, in der Studio//Bühne daran weiter zu arbeiten // zu veröffentlichen.



Dear Jiří Havlíček, wir imaginierten in Gesprächen, welche
Materialtransformationen notwendig sind, um das Potenzial eines Umbruchs
politischer Systeme am Beispiel eines künstlerischen Dokuments in die Zukunft zu transportieren.

Dear Leif Erich C. Deutsch, die Änderungen Deines Namens als behauptete
Veränderung des Selbst, und damit einhergehend die Forcierung einer
Neubetrachtung Deiner Arbeiten und Person zugleich, schreibt mir im Kontext der eigenen Arbeit eine veränderbare Rolle zu.

Dear Martin Ebner, Du und das starship-magazine bot mir die erste Möglichkeit,
frühe Textarbeiten zu veröffentlichen. Dein Aufspüren von Immanenz und die Liebe für das Unsichere lässt die große Maschine immer wieder alt aussehen.

Dear Ariane Müller, Augenpaare junger Männer auf eine Frau gerichtet (ein Zeichenzyklus von Dir), der Reisebericht aus Afrika, der sich unter anderem mit Erfahrungen von Sexualität / Frau / Reisen beschäftigt und unser erst kürzlich geführtes Gespräch über die Weiterverarbeitung von Biografien bildeten für mich immer wieder neue leuchtende Schnittstellen.

Dear Willem Oorebeck, Deine Künstlerbücher ruinierten jenes komfortable
Selbstverständnis vom Anlegen, Anordnen und der konventionellen Lesbarkeit eines Buches, so dass es mir wieder möglich wurde, das Format Buch neu zu denken.

Dear Simon Thompson, Du hast den Begriff Doing Writing geprägt und in
unzähligen gemeinsamen Exzessen unsere Künstler-Konditionen ermordet.

Dear Anna Weichsel, Deine Erzählung über den Beginn eines Buches, indem das Gehirn von Majakowski in einem Einweckglas auf offener Strasse transportiert wird, beschreibt recht gut unseren Austausch über den Umgang mit utopistischen Ideen.

Dear Barbara Buchmaier and Christine Woditschka, ich erkannte Parallelen in
unseren Methoden an einer neuen Lust, Formuliertes andersartig zu aktivieren.
Schärfe, Genauigkeit und ausdrücklich als Notwendigkeit formulierte Anwesenheit der personalisierten Kritik werden von Euch als aktionistische Kritik gelehrt.

Dear Achim Lengerer, noch bevor ich von Deiner Schriftenreihe scriptings erfuhr, hattest Du mich prompt als Rolle in einer Deiner Performances eingesetzt. Eine Umkehrung der Abfolge im Umgang mit Text und direkter Publikumsarbeit beschäftigte mich noch lange, da ich mich dadurch selbst als personalisiertes Dokument kennenlernte. 

Suse Weber, September 2015